2. Mittelalter

Was hat die Winn mit dem frühen Mittelalter zu tun ?

Die Besiedlung muss auch nach der Vertreibung der Römer angehalten haben.
Einen Hinweis darauf gibt der alte Flurname „Winn“ für das Gebiet im Süden und südlich des Dorfes. Fälschlicherweise wird er immer wieder vom Volksmund mit dem Wind in Verbindung gebracht, was nach den Witterungsgegebenheiten nur zu verständlich ist.
Allerdings stammt das Wort aus dem Althochdeutschen, einer Sprache, die vom 7. bis zur Mitte des 11.Jh. gesprochen wurde. Danach sprach man Mittelhochdeutsch[1].
„Winn“ bedeutet „Viehweide“. Das Terrain hat auch so wenig Mutterboden, dass noch heute beim Pflügen der rote Sand nach oben gebracht wird.
Er ist wenig fruchtbar und das Gebiet wurde in der heutigen Form erst um 1800 unter enormem Bevölkerungsdruck wieder gerodet, später teilweise bebaut und aufgeforstet.
Das Gebiet war sonst eigentlich nur als Viehweide nutzbar. Wenn aber zu althochdeutscher Zeit diese Nutzung zur Bildung des Flurnamens führte, war Schopp damals wohl auch besiedelt.
Im 9.oder 10. Jahrhundert gründete das Kloster Hornbach bei Zweibrücken im Holzland einen Klosterhof oder „Meierhof“, von wo aus Land gerodet und auch verwaltet wurde.
Er stand in Waldfischbach und war somit auch für Schopp zuständig. Vielleicht nannten diese Klosterbauern, die ja wohl althochdeutsch sprachen, ihre neu gerodete Viehweide „Winn“.


Winn


Woher Schopp seinen Namen hat – oder:

Kaiserslautern ist ein „emporgekommener Ableger“ von Schopp

Wenig bekannt ist die Tatsache, dass die Barbarossaburg in Kaiserslautern zum Teil aus Schopper Sandstein gebaut war.
Bekannt und veröffentlicht wurde dies, als anlässlich der 700-Jahrfeier der Stadt Kaiserslautern im Jahr 1976 die Spoliensäule auf dem Martinsplatz geschaffen und aufgestellt wurde.
Hier wurden u.a. Fundsteine aus der Burg eingearbeitet. Fachleute wie der akademische Bildhauer Richard Menges entdeckten damals die Herkunft einiger Steine aus Schopper Steinbrüchen .
Damalige Bauzeiten (Barbarossa regierte von 1152 bis 1190) berechneten sich in vielen Jahren, oft Jahrzehnten.
Da nicht anzunehmen ist, dass über einen so langen Zeitraum Auswärtige täglich zur Arbeit in den Steinbruch kamen, war Schopp sicherlich bewohnt.
Daher dürfen wir mit einiger Sicherheit annehmen, dass der Schuppen, pfälzisch „Schopp“, der unserem Dorf seinen Namen gab , wohl ein Steinhauerschuppen war.
Leider ist von allen vorab genannten und teilweise indirekt erschlossenen Vorgängen nichts Schriftliches erhalten geblieben.
Das älteste überlieferte Schriftstück, das Schopp namentlich erwähnt, stammt aus dem Jahr 1345. Dass diese schriftliche Erstnennung nichts mit dem tatsächlichen Alter des Ortes zu tun hat, haben die vorangegangenen Ausführungen wohl verdeutlicht.





Schopp – seit Jahrtausenden ein Teil des pfälzischen Holzlandes!


Schopp bildet mit den Nachbargemeinden Geiselberg, Heltersberg, Schmalenberg, Steinalben und Waldfischbach das pfälzische Holzland.
Diese Gemeinden füllen das Gebiet zwischen Schwarzbach und Moosalb aus. Gemeinsames Merkmal ist der stattliche kommunale Waldbesitz als Basis eines relativen Wohlstandes der Holzlandgemeinden.
Außerdem besitzen die sechs Dörfer einen gemeinsamen Wald, den Hembachwald, der von einer untergegangenen weiteren Siedlung mit dem Namen „Hembach“ oder „Heimbach“ herrührt. Der Hembachrat, das sind die Ortsbürgermeister der sechs Holzlandgemeinden, verwaltet diesen Gemeinschaftsbesitz.
Das Holzland bildete bereits zur Römerzeit eine Einheit und schob sich als Teil der Provinz Obergermanien keilförmig in die gallo-römische Provinz Belgica (siehe „Aus ältester Zeit“).
Im Mittelalter gehörte es in ebenso exponierter Lage zum Speyergau, während die Gebiete jenseits der Moosalb zum Wormsgau zählten[2]. Siehe Pfalzatlas.
Ebenso verhielt es sich im Mittelalter und in der Neuzeit bis 1816 mit den Bistumsgrenzen: Das Holzland allein gehörte zum Bistum Speyer, das Umland zum Bistum Worms oder Metz[3].
Am Bauernkrieg 1525 beteiligten sich die Holzlandbauern, nicht aber die jenseits von Schwarzbach und Moosalb
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[1] König, Werner/ Paul, Hans-Joachim: dtv – Atlas Deutsche Sprache, 14. Auflage, München 2004, S. 73
[2] Alter, Willi (Hrsg.): Pfalzatlas, Speyer 1963, Karte
[3] Alter, Willi (Hrsg.): Pfalzatlas, Speyer 1963, Karte 73
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