4. Wiederbesiedlung 1681 durch Schweizer Einwanderer

Wieso kamen ausgerechnet Schweizer?

  • Der pfälzische Kurfürst warb um Schweizer Siedler, versprach kostenlos 20 Morgen Land mittlerer, guter und schwächerer Qualität und sieben steuerfreie Jahre.
  • Wie viele Schweizer Kantone war auch die Kurpfalz überwiegend reformierter Religion, die Schweizer konnten problemlos ihre Staatsbürgerschaft behalten (dazu war die Zugehörigkeit zur „richtigen“ Religion Bedingung). Mit der Staatsbürgerschaft behielten die Schweizer Anrecht auf eine Art „Sozialhilfe“ im Falle eines missglückten Ansiedlungsversuches in der Pfalz
  • Die Schweiz litt in der zweiten Hälfte des 17.Jh. unter einer Wirtschaftskrise und sozialen Unruhen, einer Klimaverschlechterung („kleine Eiszeit“) im Alpenraum und einer relativen Überbevölkerung gegenüber den ausgebluteten Gebieten bei uns.
  • In der Schweiz erbte nur ein einziger Sohn, die übrigen gingen leer aus und mussten sich ein Auskommen suchen.

 

 

Wer waren die Neugründer von Schopp und woher kamen sie genau?

Christian Jacob kam mit seiner Familie 1681 als Siedler nach Schopp. Geboren war er 1631 in Lenk im Oberen Simmental im Kanton Bern als Christen Jaggi. Dort heiratete er 1653 und verließ schon 1655 mit seiner Familie seine Heimat. Nach Zwischenaufenthalten in anderen Orten des Simmentals und in Linden siedelte er im Bereich der Hauptstraße rund um die heutige Gaststätte „Krossis“. Seine bereits mitgebrachten Kinder bauten dann beiderseits der Hauptstraße bis zur Einmündung der Neuen Straße („Gässel“). Früh erkannten die Jacobs die Bedeutung des Waldes und widmeten sich dem Holzhandel. So gelangten sie für zwei Jahrhunderte zu relativem Wohlstand.

Der zweite Neusiedler hieß Jacob Stalder (in Schopp: Stauder, auch Stadler) und war ebenfalls aus Lenk im Simmental. Dort 1630 geboren, ließ er sich mit seiner Familie vor 1691 in Schopp ansiedeln. Sein Haus stand in der Eckstraße (heute: Anwesen Opp) Seine Nachkommen besiedelten das „Eck“. Hierzu zählt auch die älteste heute noch in Schopp wohnhafte Familie Mayer, die seit 2009 (wieder einmal) den Bürgermeister stellt.

 

 

Was fanden die Neusiedler vor?

46 Jahre lang, zwischen dem Untergang 1635 und der Neubesiedlung ab 1681, hatte die Natur Zeit gehabt, aus Feldern und Wiesen, Höfen und Gärten wieder Wildnis werden zu lassen. Welch eine Mühe, welch eine Leistung war es für die Neuankömmlinge, auch nur einen einzigen Acker von Bäumen und Gestrüpp zu befreien, die Wurzeln einzeln auszugraben, sie mit Hilfe von Ketten und Ochsen herauszuziehen, die freie Fläche zu pflügen und schließlich zu bestellen!

 

 

Gab es noch mehr Schweizer in Schopp?

Die Kinder der beiden Einwandererfamilien heirateten untereinander oder fast ausschließlich wieder weitere Schweizer Einwanderer, meist aus dem Kanton Bern oder dem Aargau, der damals zum größten Teil auch zu Bern gehörte.

Für die Zeit um 1730 kann man feststellen, dass Schopp eine fast rein Berner Ansiedlung war.

Noch heute stammen alle alteingesessenen Schopper Familien von diesen Schweizern ab.

 

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