9.Die Weimarer Republik

Wie Schopp Schritt für Schritt ein „modernes“ Dorf wurde

1919 erfolgte der Anschluss aller Häuser an das Stromnetz, die Straßenbeleuchtung wurde elektrifiziert. Wieder gab es keinerlei Anliegerkosten!
Die damals zu ca. 90% protestantischen Schopper hatten sich schon lange einen eigenen Kirchenbau gewünscht. Als das erst 20 Jahre alte Schulhaus schon wieder zu klein war, baute man eine Art „Multifunktionshaus“: Die Schule wurde 1923/24 erweitert, im Obergeschoss des Neubaus entstand ein „Betsaal“ als evangelische Kirche, die beiden Flügel der Schule trennte ein Glockenturm, in dem 1924 neue Glocken geweiht wurden. Im Kellergeschoss richtete man 1926 ein Volksbad mit Wannenbädern, Duschen und einer Sauna ein. Der Bau erhielt 1927 eine moderne Dampfheizung. Eine Volksbücherei wurde 1923 eingerichtet.

 

Schule mit Anbauten von 1924 (Aufnahme ca. 1953)

 

Politische Wirren in Schopp

Leider verlor die Gemeinde ein enormes Vermögen in der Inflation 1923. Das verliehene oder angelegte Geld war nichts mehr wert. Ab 1926 mussten Umlagen erhoben und Wassergeld bezahlt werden.
Auch politisch war es unruhig in Schopp. Die von der französischen Besatzungsmacht unterstützte Separatistenregierung der Pfalz wurde vom Schopper Gemeinderat nicht anerkannt. Wegen passiven Widerstandes wurden beide Schopper Bahnbeamte ausgewiesen.
Ende der Zwanziger Jahre radikalisierte sich wie in ganz Deutschland die politische Auseinandersetzung und fand zunehmend auf der Straße statt. Den Schopper Schulkindern wurde von der Schulleitung untersagt, an politischen Aufmärschen teilzunehmen.
Es gab im Dorf zwei Sportvereine und zwei Gesangvereine, je einer rekrutierte seine Aktiven aus dem linken Arbeiterlager oder aus dem bürgerlichen und rechten Lager. Die Beziehungen zueinander waren denkbar schlecht.

 

Die Schopper Straßen erhalten Namen

1924 wurden die Schopper Straßen benannt:

  • Die Hauptstraße blieb bei ihrem Namen
  • aus „Im Eck“ wurde die Eckstraße
  • aus dem „Wackehewwel“ die Schmalenberger Straße
  • „Gässel“ und „Korre“ bildeten fortan die Neue Straße
  • der „Bachweg“ und das „Loch“ hießen nun Bahnhofstraße
  • Neu benannt wurden die Mühlstraße und die Karlstalstraße
  • 1932 kam noch die Hombergstraße hinzu

 

 

 

 

 

Valid XHTML & CSS | Template Design © Litzel-IT // Systemlösungen